Wärmepumpen-Leitfaden

Wartung der Wärmepumpe: Kosten, Intervalle und was Sie selbst tun können

Wärmepumpen gelten als wartungsarm – wartungsfrei sind sie nicht. Eine regelmäßige Kontrolle sichert Effizienz und Lebensdauer. Hier erfahren Sie, was dazugehört und was es kostet.

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Techniker prüft mit einem digitalen Manometer eine geöffnete Wärmepumpen-Außeneinheit, Herbstlaub auf dem Boden

Das Wichtigste in Kürze

  • Empfohlen wird eine Kontrolle jährlich bis alle zwei Jahre, Kosten etwa 150 bis 300 Euro pro Jahr zuzüglich Arbeits- und Fahrtzeit.[13]
  • Bei reinen Wärmepumpensystemen entfällt der Schornsteinfeger.[13]
  • Eine allgemeine gesetzliche Wartungspflicht gibt es nicht; für Anlagen mit fluorierten Kältemitteln gelten aber ab bestimmten Füllmengen Dichtheitskontrollen.[17]
  • Die mittlere Lebensdauer liegt bei 15 bis 20 Jahren, Erdsonden halten 40 Jahre und länger.[9]

Was der Fachbetrieb bei der Wartung prüft

Typische Inhalte einer Wartung sind die Kontrolle der mechanischen Bauteile sowie die Prüfung von Dichtheit, Druck und Temperatur.[13] Darüber hinaus gehören je nach Anlage dazu (übliche Leistungen, genauer Umfang laut Wartungsvertrag):

  • Sichtprüfung von Außengerät, Lamellen, Ventilator und Kondensatablauf,
  • Kontrolle von Anlagendruck, Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil im Heizkreis,
  • Reinigung von Schmutzfängern und Filtern,
  • Auslesen des Fehlerspeichers und Kontrolle der Betriebsstunden und Starts,
  • Prüfung der Regelung: Heizkurve, Warmwassertemperatur, Legionellenschaltung, Heizstab-Freigabe,
  • bei Sole-Anlagen: Frostschutz und Druck im Solekreis,
  • bei Wasser-Wasser-Anlagen: Zustand der Brunnen und des Wärmetauschers.

Was Sie selbst tun können

  • Laub, Schnee und Bewuchs vom Außengerät fernhalten,
  • Kondensatablauf frei halten, damit kein Eis entsteht,
  • Schmutzfilter im Heizkreis kontrollieren, wenn der Fachbetrieb es erlaubt,
  • Anlagendruck und Fehlermeldungen im Blick behalten,
  • Verbrauch und Jahresarbeitszahl regelmäßig ablesen – ein plötzlicher Anstieg des Stromverbrauchs ist ein Warnsignal.

Öffnen Sie das Gerät nicht selbst und arbeiten Sie nie am Kältekreis – das ist Fachbetrieben vorbehalten.

Pflichten nach der F-Gase-Verordnung

Für Wärmepumpen mit fluorierten Kältemitteln sind Dichtheitskontrollen ab bestimmten Füllmengen Pflicht (ab 5 Tonnen CO₂-Äquivalent; für hermetisch geschlossene Geräte in Wohngebäuden gelten Sonderregeln).[17] Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial ab 2.500 dürfen seit 2026 für die Wartung nur noch recycelt oder aufbereitet eingesetzt werden.[17] Geräte mit natürlichen Kältemitteln wie R290 sind davon nicht betroffen.

Wartungsvertrag: worauf achten?

Prüfen Sie, ob alle vorgeschriebenen und empfohlenen Leistungen enthalten sind.[13] Klären Sie außerdem:

  • Sind Anfahrt und Kleinteile im Preis enthalten?
  • Wie schnell kommt der Notdienst im Winter?
  • Ist die Herstellergarantie an eine regelmäßige Wartung gebunden?
  • Wird nach der Wartung ein Protokoll mit Messwerten übergeben?

Lebensdauer: wovon sie abhängt

Die Verbraucherzentrale nennt im Mittel 15 bis 20 Jahre, Erdsonden und -kollektoren 40 Jahre und länger.[9] Wichtigstes Verschleißteil ist der Verdichter. Häufiges Takten durch Überdimensionierung verkürzt seine Lebensdauer.[16] Eine gut ausgelegte, sauber eingestellte und regelmäßig gewartete Anlage hat die besten Chancen, lange zu halten.

Warnsignale: wann Sie den Fachbetrieb rufen sollten

Nicht jede Auffälligkeit ist ein Defekt, aber diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen (praktische Hinweise, keine Herstellerangaben):

  • Stromverbrauch steigt deutlich, ohne dass es kälter war oder mehr Warmwasser verbraucht wurde – oft ein Hinweis auf häufigen Heizstab-Einsatz oder eine verstellte Heizkurve.
  • Die Anlage schaltet sehr häufig ein und aus (Takten). Das belastet den Verdichter; Ursache ist häufig Überdimensionierung oder ungünstige Regelung.[16]
  • Ungewöhnliche Geräusche wie Klappern, Brummen oder Pfeifen, die vorher nicht da waren.
  • Eisbildung bleibt bestehen, obwohl die Anlage abtauen sollte, oder Kondenswasser läuft nicht ab.
  • Druckverlust im Heizkreis, der immer wieder nachgefüllt werden muss.
  • Wiederkehrende Fehlermeldungen im Display.

Notieren Sie Datum, Außentemperatur und Fehlermeldung. Das spart dem Kundendienst Zeit – und Ihnen Geld.

Wartung und Effizienz

Wartung ist nicht nur Pflege, sondern bares Geld: Im Fraunhofer-Feldtest zeigten sich durch Wartung, richtige Parametrierung und hydraulische Optimierung deutliche Effizienzverbesserungen.[16] Bitten Sie den Fachbetrieb, bei jeder Wartung auch die Jahresarbeitszahl seit dem letzten Termin auszulesen und mit Ihnen zu besprechen. So erkennen Sie schleichende Verschlechterungen früh.

Häufige Fragen

Was kostet die Wartung einer Wärmepumpe?

Etwa 150 bis 300 Euro pro Jahr zuzüglich Arbeits- und Fahrtzeit, laut Verbraucherzentrale.[13]

Wie oft muss eine Wärmepumpe gewartet werden?

Empfohlen wird eine Kontrolle jährlich bis alle zwei Jahre.[13]

Gibt es eine Wartungspflicht?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Für Anlagen mit F-Gasen gelten ab bestimmten Füllmengen Dichtheitskontrollen.[17]

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Im Mittel 15 bis 20 Jahre, Erdsonden 40 Jahre und länger.[9]