Wärmepumpen-Leitfaden

Stromtarife für Wärmepumpen 2026: Preise, Zähler und § 14a EnWG

Der Strompreis ist neben der Effizienz der größte Hebel für die Betriebskosten. Mit dem richtigen Tarif und dem passenden Modul nach § 14a EnWG lassen sich pro Kilowattstunde spürbar Kosten sparen.

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Geöffneter Zählerschrank mit zwei digitalen Stromzählern und Sicherungen, eine Hand mit Spannungsprüfer

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpentarife kosteten laut Verivox für Neukunden im Juli 2026 durchschnittlich 20,66 ct/kWh (7.500 kWh), Haushaltsstrom rund 33 ct/kWh.[15]
  • Der Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW (Februar 2026) kommt für Tarife mit Modul 2 auf durchschnittlich 24 ct/kWh plus rund 140 Euro Grundpreis, Spanne 20 bis 29 ct/kWh.[14]
  • Wärmepumpen, die seit dem 01.01.2024 in Betrieb gehen, sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG und erhalten reduzierte Netzentgelte.[27]
  • Für Wärmepumpen aus der Zeit vor 2024 sind alte Tarife häufig günstiger; ein freiwilliger Wechsel in die neue Regelung lohnt sich dann in der Regel nicht.[14]

Wärmepumpentarif oder Haushaltsstrom?

Spezielle Wärmepumpen- bzw. Heizstromtarife sind meist günstiger als normaler Haushaltsstrom. Der Vorteil ergibt sich vor allem aus den reduzierten Netzentgelten nach § 14a EnWG. Zwei Datenpunkte für 2026:

Quelle Tarifart Durchschnitt
Verivox, Juli 2026[15] Wärmepumpentarif Neukunden (7.500 kWh) 20,66 ct/kWh
Verivox, Juli 2026[15] Haushaltsstrom ca. 33 ct/kWh
VZ NRW, Feb. 2026[14] Modul 2 (separater Zähler) 24 ct/kWh + ca. 140 €/Jahr Grundpreis
VZ NRW, Feb. 2026[14] Spezialtarif ohne separaten Zähler (Modul 1) 31,5 ct/kWh + 200 €/Jahr, abzüglich Modul-1-Entlastung Ø 145 €/Jahr

Die Werte unterscheiden sich, weil Stichtag, Methodik und Verbrauch verschieden sind. Wichtig ist der Hinweis der Verbraucherzentrale: Etwa ein Viertel der Anbieter rechnete die Netzentgeltreduzierung nicht in den angezeigten Preis ein – beim Vergleich also genau hinsehen.[14]

§ 14a EnWG: steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Seit 2024 neu in Betrieb gehende Wärmepumpen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug bei drohender Netzüberlastung vorübergehend drosseln, eine Mindestleistung bleibt aber immer erhalten, sodass das Haus warm bleibt. Im Gegenzug darf er den Anschluss nicht wegen Netzengpässen verweigern, und Betreiber zahlen reduzierte Netzentgelte.[27]

Die drei Module nach § 14a EnWG – eigene Darstellung nach Bundesnetzagentur
Die drei Module nach § 14a EnWG – eigene Darstellung nach Bundesnetzagentur
Modul Prinzip Voraussetzung
Modul 1 (Standard) pauschale Netzentgeltreduzierung pro Jahr, je nach Netzgebiet unterschiedlich kein separater Zähler nötig; gilt automatisch, wenn nichts gewählt wird
Modul 2 Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 % reduziert, kein Netzentgelt-Grundpreis am separaten Zähler separater Zähler für die Wärmepumpe
Modul 3 (seit April 2025) zeitvariable Netzentgelte mit Hoch-, Standard- und Niedriglastzeiten nur zusammen mit Modul 1, intelligentes Messsystem

Quelle: Bundesnetzagentur.[27] Die Modulwahl erfolgt bei der Anmeldung beim Netzbetreiber oder beim Abschluss des Liefervertrags.

Beispiel aus einem Netzgebiet

Wie groß die Unterschiede sein können, zeigt das Preisblatt eines Netzbetreibers: Bei Mainfranken Netze kostet der Netzentgelt-Arbeitspreis 2026 regulär 3,95 ct/kWh, mit Modul 2 nur 1,58 ct/kWh. Die Pauschale für Modul 1 beträgt dort 96,85 Euro pro Jahr.[28] In anderen Netzgebieten gelten andere Werte.

Modul 1 oder Modul 2?

Faustregel: Je höher der Stromverbrauch der Wärmepumpe, desto eher lohnt Modul 2 mit separatem Zähler (Faustregel, im Einzelfall rechnen). Bedenken Sie die Kosten für einen zusätzlichen Zählerplatz – oft ist ohnehin ein Umbau des Zählerschranks fällig. Laut Verbraucherzentrale fehlt das Zählerkonzept in rund 90 % der Wärmepumpen-Angebote.[10] Lassen Sie es von Anfang an planen.

Dynamische Tarife und Modul 3

Dynamische Stromtarife geben Börsenpreise stundenweise weiter. In Kombination mit Modul 3 und einer intelligenten Steuerung kann eine Wärmepumpe bevorzugt in günstigen Stunden laufen – etwa nachts bei viel Wind oder mittags bei viel Sonne. Voraussetzung sind ein intelligentes Messsystem und eine passende Regelung. Ob sich das lohnt, hängt stark vom Verbrauchsprofil ab; seriöse Durchschnittswerte für die Ersparnis haben wir nicht gefunden.

Tarif-Checkliste

  • Ist die Netzentgeltreduzierung im Preis bereits enthalten?
  • Arbeitspreis und Grundpreis getrennt vergleichen – bei kleinem Verbrauch zählt der Grundpreis stärker.
  • Preisgarantie und Laufzeit prüfen.
  • Sperrzeiten: Gibt es Zeitfenster, in denen der Netzbetreiber drosseln kann? (Mindestleistung bleibt garantiert.[27])
  • Altanlage vor 2024? Dann den bestehenden Tarif nicht vorschnell aufgeben.[14]
  • PV vorhanden? Zählerkonzept mit Elektrofachbetrieb abstimmen – siehe Wärmepumpe und Photovoltaik.

Häufige Fragen

Brauche ich einen eigenen Stromzähler für die Wärmepumpe?

Nicht zwingend. Für Modul 2 nach § 14a EnWG und viele Wärmepumpentarife ist ein separater Zähler aber Voraussetzung. Ohne ihn gilt Modul 1 mit pauschaler Entlastung.[14][27]

Was kostet Wärmepumpenstrom 2026?

Verivox nennt für Neukunden im Juli 2026 durchschnittlich 20,66 ct/kWh, die Verbraucherzentrale NRW für Modul-2-Tarife im Februar 2026 im Schnitt 24 ct/kWh plus rund 140 Euro Grundpreis.[15][14]

Darf der Netzbetreiber meine Wärmepumpe abschalten?

Nein, er darf sie bei drohender Überlastung nur vorübergehend drosseln; eine Mindestleistung bleibt garantiert.[27]