Wärmepumpen-Leitfaden

CO₂-Bilanz der Wärmepumpe: Messwerte statt Meinungen

„Der Strom kommt doch aus Kohle“ – dieses Argument hört man oft. Messdaten und der aktuelle Strommix zeigen, wie groß der Klimavorteil heute schon ist und wie er sich entwickelt.

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Was die Messungen zeigen

Das Fraunhofer ISE hat für die Anlagen seines Feldtests in Bestandsgebäuden die Treibhausgasemissionen mit einem Gas-Brennwertkessel verglichen. Ergebnis: 37 bis 70 % weniger Treibhausgase im Untersuchungszeitraum, für das Jahr 2030 werden 61 bis 90 % Einsparung erwartet – weil der Strom immer sauberer wird.[16]

Der deutsche Strommix

Der direkte CO₂-Emissionsfaktor des deutschen Strommix lag laut Umweltbundesamt 2025 bei 344 g CO₂/kWh, 2024 bei 353 g und 2023 bei 379 g. Mit Vorketten waren es 2025 rund 406 g CO₂-Äquivalent je Kilowattstunde.[18]

Jahr Emissionsfaktor Strommix (direkt)
2023 379 g CO₂/kWh
2024 353 g CO₂/kWh
2025 344 g CO₂/kWh

Quelle: Umweltbundesamt.[18]

Beispielrechnung (Schätzung)

Ein Haus braucht 20.000 kWh Wärme pro Jahr.

  • Gas-Brennwertkessel: benötigt dafür etwa 21.000 kWh Erdgas. Bei rund 0,2 kg CO₂/kWh (Richtwert für Erdgas) sind das etwa 4,2 t CO₂.
  • Wärmepumpe mit JAZ 3,4: benötigt rund 5.900 kWh Strom. Mit 344 bis 406 g/kWh ergibt das etwa 2,0 bis 2,4 t CO₂.

Mit Ökostrom oder eigenem PV-Strom sinkt der Wert weiter. Eigene Überschlagsrechnung; JAZ nach Fraunhofer ISE, Strommix nach UBA.[16][18]

Warum der Vorteil mit der Zeit wächst

Eine Gasheizung stößt über ihre gesamte Lebensdauer ungefähr gleich viel CO₂ je Kilowattstunde Wärme aus – der Brennstoff bleibt derselbe. Bei der Wärmepumpe ist es anders: Ihre Emissionen hängen vom Strommix ab, und der wird von Jahr zu Jahr sauberer. Der Emissionsfaktor fiel laut Umweltbundesamt von 379 g (2023) über 353 g (2024) auf 344 g CO₂/kWh (2025).[18] Eine heute eingebaute Wärmepumpe profitiert in den 15 bis 20 Jahren ihrer Lebensdauer[9] also automatisch von jedem weiteren Wind- und Solarpark. Genau das spiegelt die Fraunhofer-Prognose von 61 bis 90 % Einsparung für 2030 wider.[16]

Und die Herstellung?

Auch Bau, Transport und Entsorgung einer Heizung verursachen Emissionen. Belastbare, vergleichbare Zahlen für einzelne Geräte haben wir in unseren Quellen nicht gefunden, deshalb nennen wir hier keine Werte. Zwei Punkte sind aber gesichert: Das Kältemittel spielt eine wichtige Rolle, weil fluorierte Kältemittel bei Leckagen stark klimawirksam sind – natürliche Kältemittel wie R290 vermeiden dieses Risiko weitgehend.[17] Und eine lange Nutzungsdauer verteilt die Herstellungsemissionen auf mehr Jahre; Erdsonden halten 40 Jahre und länger.[9]

Was die Bilanz zusätzlich verbessert

  • Höhere Effizienz: Jeder Zehntelpunkt JAZ senkt Strombedarf und Emissionen. Siehe Jahresarbeitszahl.
  • Eigener Solarstrom – vor allem für Warmwasser und Übergangszeit. Siehe PV-Kombination.
  • Natürliche Kältemittel wie R290 mit sehr geringem Treibhauspotenzial; das Umweltbundesamt empfiehlt sie.[17] Siehe Kältemittel.
  • Flexibler Betrieb: Über § 14a EnWG und zeitvariable Tarife kann die Wärmepumpe bevorzugt laufen, wenn viel Wind- und Solarstrom im Netz ist.[27]

Häufige Fragen

Spart eine Wärmepumpe mit dem heutigen Strommix CO₂?

Ja. Laut Fraunhofer ISE sparten die gemessenen Anlagen gegenüber einem Gaskessel 37 bis 70 % Treibhausgase.[16]

Wie hoch ist der CO₂-Faktor des Strommix?

2025 lag er laut Umweltbundesamt bei 344 g CO₂/kWh (direkt), mit Vorketten bei rund 406 g.[18]