Wärmepumpen-Leitfaden

Kältemittel in Wärmepumpen: R290, F-Gase-Verordnung und Sicherheit

Das Kältemittel ist das unsichtbare Herz jeder Wärmepumpe. Welches im Gerät steckt, entscheidet über Klimawirkung, künftige Förderung und die Verfügbarkeit von Ersatz bei Reparaturen.

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Welche Kältemittel es gibt

Fluorierte Kältemittel (F-Gase) wie R410A oder R32 haben ein hohes Treibhauspotenzial (GWP). Gängige Werte sind etwa 2.088 für R410A und 675 für R32 (GWP-Werte nach IPCC AR4, wie sie in der EU-F-Gase-Gesetzgebung verwendet werden).

Natürliche Kältemittel sind Propan (R290, GWP im einstelligen Bereich), CO₂ (R744), Isobutan (R600a), Propen (R1270), Ammoniak (R717) und Wasser (R718). Aus ihnen entstehen keine langlebigen Abbauprodukte. Laut Umweltbundesamt sind in Deutschland Geräte mit Propan für alle Wärmequellen erhältlich.[17]

Kältemittel Typ Treibhauspotenzial (GWP) Hinweis
R410A F-Gas ca. 2.088 in Neugeräten auslaufend
R32 F-Gas ca. 675 über GWP-150-Grenze ab 2027
R290 (Propan) natürlich einstellig brennbar, Schutzbereich beachten
R744 (CO₂) natürlich 1 (Referenz) hohe Drücke, Spezialanwendungen

Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573

Die Verordnung gilt seit dem 11.03.2024. Sie begrenzt die verfügbaren Mengen an F-Gasen weiter und verbietet schrittweise das Inverkehrbringen neuer Wärmepumpen mit F-Gasen.[17][19] Für typische Geräte in Wohngebäuden bedeutet das:

  • Monoblock bis 12 kW: ab 01.01.2027 keine F-Gase mit GWP ab 150, ab 01.01.2032 gar keine F-Gase mehr (Ausnahmen bei Sicherheitsanforderungen).
  • Split bis 12 kW: ab 01.01.2027 keine F-Gase mit GWP ab 150 (Ausnahmen bei Sicherheitsanforderungen), ab 01.01.2035 gar keine F-Gase mehr.
  • Bestandsgeräte dürfen weiter betrieben und gewartet werden. Wegen der Mengenbeschränkung kann Kältemittel für Reparaturen aber knapper werden. Kältemittel mit GWP ab 2.500 dürfen seit 2026 für die Wartung nur noch recycelt oder aufbereitet eingesetzt werden.[17]

Die Übergangsdetails des Anhangs IV sind komplex; maßgeblich ist der Verordnungstext.

Förderung: natürliche Kältemittel werden Pflicht

Bis zum 20.07.2026 gab es einen Effizienzbonus von 5 %, überwiegend für natürliche Kältemittel. Er ist entfallen, weil natürliche Kältemittel nach Auffassung des Bundeswirtschaftsministeriums inzwischen Marktstandard sind.[4] Ab dem 01.01.2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert.[17]

Ist Propan gefährlich?

Propan ist brennbar. Die Füllmengen in Wärmepumpen für Wohngebäude sind aber begrenzt, und die Geräte werden nach den einschlägigen Sicherheitsnormen gebaut. Bei der Aufstellung – vor allem im Freien – gibt der Hersteller einen Schutzbereich vor. Darin dürfen keine Zündquellen liegen, und Kellerschächte, Fenster oder Abläufe müssen einen bestimmten Abstand haben, weil sich Propan als schweres Gas am Boden sammeln kann. Diese Vorgaben sind herstellerspezifisch.

Praktische Folgen für die Planung:

  • Den Schutzbereich schon bei der Wahl des Aufstellorts einzeichnen lassen.
  • Lichtschächte, Bodenabläufe und Kellerfenster im Umfeld prüfen.
  • Bei Innenaufstellung die Herstellervorgaben zu Raumgröße und Lüftung beachten.

Blauer Engel

Seit Juli 2023 gibt es das Umweltzeichen „Blauer Engel“ für Wärmepumpen (UZ 230). Es setzt natürliche Kältemittel sowie höhere Effizienz- und strengere Schallanforderungen als die Ökodesign-Verordnung voraus.[17]

Empfehlung

Wer heute kauft, sollte schon wegen der Förderung ab 2028, der Ersatzteil- und Kältemittelverfügbarkeit und der Klimawirkung ein Gerät mit natürlichem Kältemittel wählen.[17]

Häufige Fragen

Was ist R290?

Propan als Kältemittel. Es hat ein Treibhauspotenzial im einstelligen Bereich und ist in Wärmepumpen für alle Wärmequellen erhältlich.[17]

Darf ich meine alte Wärmepumpe mit R410A weiter betreiben?

Ja, Bestandsgeräte dürfen weiter betrieben und gewartet werden. Kältemittel für Reparaturen kann aber knapper werden.[17]

Wird eine Wärmepumpe mit R32 noch gefördert?

Bis Ende 2027 grundsätzlich möglich, sofern alle anderen Anforderungen erfüllt sind; ab dem 01.01.2028 werden nur noch Geräte mit natürlichen Kältemitteln gefördert.[17]